Am vergangenen Wochenende fand in Baunatal, im nordhessischen Landkreis Kassel gelegen der letzte Wettkampf der Saison 2019 für die 16 Männer- und 9 Damenmannschaften statt. Der Sommer zeigte sich von einer herbstlicheren Seite als die Tage zuvor, die Sportler jedoch waren bereit sich noch einmal für ihre Mannschaftskameraden aufzuopfern und alles zu geben.

Triathlon Baunatal - 2. Triathlon-Bundesliga Süd

Ein Triathlon-Spezial: Erst Schwimmen, dann Pause, dann Radfahren und Laufen

750 Meter im 25 Meter langen Becken, sprich 30 Bahnen galt es pro Mannschaft als erstes zu absolvieren. Jedes Quartett (Damen) sowie jedes Quintett (Herren) bekam eine eigene Schwimmbahn zugewiesen, auf der die Zeitabstände für den nachfolgenden zweiten Teil des Tages ermittelt wurden. In der sogenannten Mannschaftsverfolgung werden die Mannschaften mit den beim Schwimmen ermittelten Zeitabständen auf die beiden letzten Triathlondisziplinen Radfahren und Laufen geschickt. Die Besonderheit besteht darin, dass es sich um einen Mannschaftswettkampf handelt, bei dem die Zielzeit des vorletzten Athleten im Ziel zählt. Bei den Damen gilt somit die Zeit der dritten Starterin, während bei den Männern der vierte Athlet ausschlaggebend ist. Des Weiteren darf nur innerhalb der eigenen Mannschaft das kräftesparende Windschattenfahren auf dem Rad angewandtwerden. Beim Laufen geht der Teamspirit so weit, dass der schwächere oder die schwächeren Läufer durch ihre Kameraden durch Schieben an der Hüfte oder Ziehen am Startnummernband unterstützt werden.

Ein letzter Kraftakt zur Wiedergutmachung

Für die Bayreuther Mannschaft von Team Icehouse e.V. waren Thomas Voit, Stefan Högl, Felix Zimmermann, Leon Pfeiffer und Felix Günther (Zweitstartrecht des SV Bayreuth) am Start. Voit führte im Wasser seine Mannen an, bevor Günther nach 400 geschwommenen Meter das Zepter übernahm und das Tempo noch etwas steigern konnte. Nach einer Zeit von 10:04 Minuten beendeten die Oberfranken auf dem vorerst 9. Rang den ersten Abschnitt des Tages.

Radfahren am Limit, aber mit gutem Teamwork

Zeitgleich mit den Athleten aus Regensburg ging es in Folge geschlossen auf die Radstrecke von 20 Kilometer Länge. Drei Runden galt es zu absolvieren, welche auf einer anspruchsvollen Strecke mit leichten Anstiegen und Kurven abgespult werden mussten. Die Bayreuther Equipe konnte hier direkt nach dem Start ein hohes Tempo veranschlagen und sich sehr gut nach vorne arbeiten. Alle Mannschaftsmitglieder leisteten einen wichtigen Anteil beim Radpart, sodass man als Achtplatzierter vom Rad stieg. „Es ist von Beginn an eine Belastung am Limit, welche im Rennverlauf ans absolute Maximum getrieben wird. Jedem Sportler ist bewusst, dass jede Sekunde ausschlaggebend sein kann und niemand lässt sich gerne von einer anderen Mannschaft überholen. Die letzten Meter der dritten Radrunde sind meist heiß umkämpft, da jede Mannschaft als erste vom Rad steigen will“, so Mannschaftskoordinator Thomas Voit. Dieser war es, der als vermeintlich schlechtester Läufer die letzten Radkilometer im Wind fuhr um den anderen vier Athleten möglichst viel Erholung für den abschließenden Lauf zu gönnen.

Laufen aufs Messers Schneide

Auch die Laufstrecke hielt mit engen, als auch weiten Kurven, wechselnden Untergründen sowie kleinen Anstiegen einige Herausforderungen parat. Über drei Runden galt es die Distanz von fünf Kilometern schnellstmöglich zu absolvieren. Von Team Icehouse taten sich hierbei vor allem Felix Zimmermann, Stefan Högl, Leon Pfeiffer und Felix Günther hervor, welche das Tempo stets hoch hielten und letztendlich auf dem 6. Platz über die Ziellinie liefen.

Nicht die erfolgreichste Saison

Mit dem 9. Platz in der Endabrechnung haben die Bayreuther in ihrer dritten Saison in Deutschlands zweithöchster Triathlonliga noch ein halbwegs versöhnliches Ergebnis einfahren können. „Im Vergleich zum jeweils sechsten Platz der vorherigen Jahre ist dies natürlich eine kleine Enttäuschung, vor allem da wir zumindest vor der Saison sehr gut aufgestellt waren. Für uns ist eine solche Saison mit viel Aufwand verbunden, die Anreise zu den Wettkämpfen nimmt viel Zeit und auch Geld in Anspruch, wie es aktuell aussieht werden wir aber auch 2020 weiter in der zweiten Liga dabei sein,“ schlossfolgert Voit.

Die Sieger

Der Tagessieg ging bei den Herren an Team Brille 1 Baunatal, gefolgt von Triathlon DSW Darmstadt II und Puma TV 48 Erlangen auf den weiteren Plätzen. Bei den Damen siegte die Mannschaft des SV Würzburg 05 vor den Damen des Team Bad Orb – Gesund im Spessart und dem Puma Team TV 1848 Erlangen. Als Gesamtsieger steht in der männlichen Konkurrenz die Mannschaft aus Darmstadt fest, welche jedoch nicht aufstiegsberechtigt sind, da sie bereits mit einer Mannschaft in der 1. Triathlon Bundesliga vertreten sind. Somit wird das Team aus Baunatal 2020 in der „Formel 1 des Triathlon“ vertreten sein. Die Damen des Team Bad Orb konnten sich 2019 im weiblichen Starterfeld durchsetzen und erhalten ebenfalls die Option auf den Aufstieg in die 1. Triathlon Bundesliga.